
Der Satanismus hat sich in der gesellschaftspolitischen Diskussion um so genannte Sekten und neureligiose Bewegungen als brisantes Thema etabliert. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt immer wieder geausserte Vermutungen, dass in den entsprechenden Gruppierungen regelmassig sexueller (Kindes-)Missbrauch und rituelle Totungen stattfanden. Doch worauf beruht eigentlich die Gleichsetzung von Satanismus und Gewalt, satanistischen Praktiken und rituellem Missbrauch? Worauf stutzt sich das in (fach-)offentlichen Diskursen gezeichnete Bild von Satanismus als gesellschaftliche und individuelle Gefahr? Wie konnte sich - trotz fehlender kriminologischer Belege - die Problemwahrnehmung durchsetzen und welche Konsequenzen sind damit verbunden? Diese Fragen stecken das Themenfeld ab, mit dem sich dieser Band beschaftigt. In seinem Zentrum stehen die Befunde einer wissenssoziologischen Diskursanalyse mit vier Untersuchungsdimensionen: (1) die wissenschaftliche und mediale Themenkarriere von satanisch-rituellem Missbrauch, (2) seine inhaltlichen Strukturmerkmale, (3) die beteiligten Akteure sowie (4) typische diskursive Strategien und die Rolle der Massenmedien. Die Veroffentlichung zeigt die wissens- und akteursbasierten Hintergrunde dieses spezifischen Problemdiskurses auf und will zu einer ideologiefreien Debatte uber den zeitgenossischen Satanismus in Deutschland beitragen.
Page Count:
179
Publication Date:
2008-01-01
ISBN-10:
3899136705
ISBN-13:
9783899136708
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