
Eine rare Art von Fototheorie: eine journalistisch konzipierte, recht gut lesbare, fachlich fundierte (Professor an der Kunsthochschule Kassel) und mitunter ironisch-humorvoll verzierte Sammlung von Essays und Artikeln zum Zustand der Fotokunst Ende des Jahrhunderts in Deutschland. Die allesamt bereits veröffentlichten Gedanken (taz, Buch-Vorworte und Katalogbeiträge) über mit dem Medium Fotografie experimentierende Künstlerinnen und Künstler (u.a. Sherman, Araki, Tillmans, Wall) versuchen dabei immer, das Werk im Blickfeld zu haben, nicht Einzelbilder oder -zyklen, nicht den klangvollen Namen oder die Reputation im Feuilleton. Das ist für Kenner und Liebhaber mit Genuß zu konsumieren, denn Ziegler hat eine Menge anregender Reflexionen zusammengetragen, setzt aber die Kenntnis des Werks der ausgesuchten Künstler voraus, denn die Abbildungen am Rande in der Größe thailändischer Briefmarken sind allenfalls Assoziations-Hilfen. Für gut ausgebaute Bestände endlich ein empfehlenswerter Titel zur zeitgenössischen Foto-Kunst-Theorie, Erstinfos über Kreative, über die es sonst nicht viel gibt. (3) (Klaus-Peter Preußger)
Page Count:
144
Publication Date:
1999-01-01
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