
Dass Hendrik Otremba nicht nur Musik machen kann ("Messer"), sondern auch sprachlich versiert ist, hat er bereits bewiesen (zuletzt "Kachelbads Erbe", ID-A 40/19). Im neuen Roman unternimmt der 11-jährige Cherubim mit seiner Pfadfindergruppe eine mehrtägige Kanu-Fahrt. Bei einem Unfall kommt ihr Anführer ums Leben, und die Kinder müssen sich alleine durchschlagen. Das Unternehmen nimmt zunehmend surrealistische Züge an, vor allem der namengebende Benito wandelt sich vom introvertierten Sonderling zu einem prophetischen "Seher", der Monologe über Gesellschaft und Leben hält. Auf einer zweiten Ebene erzählt der erwachsene Cherubim, mittlerweile erfolgreicher Schriftsteller, wie er bei einem Kongress Zeuge eines Selbstmordattentats wird. Der Täter ist der Freund aus der Kindheit Benito. In der Folge sucht er ehemalige Freunde auf, um die Hintergründe der Tat zu erforschen. Das Konzept geht leider nicht ganz auf. Die bis zum Ende konsequent durchgehaltenen zwei Ebenen bzw. Handlungsstränge (bei sehr überschaubarem Personal) sind für 500 Seiten zu wenig. Wenig Spannung auf der interpsychologischen Ebene
Page Count:
500
Publication Date:
2022-01-01
ISBN-10:
3755000075
ISBN-13:
9783755000075
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