
Die Debatte über Gesellschaftsbegiff in den Sozialwissenschaften beginnt sich langsam zu klären. Die Zahl der verhandelten Begriffe nimmt ab, dafür steigt die Qualität und Konsistenz der Debatte. Einer der intensiv debattierten Begriffe ist derjenige der "Mediengesellschaft". Dieses Buch ausgewählter Beiträge zu diesem Terminus führt in die Debatte über Gesellschaftsbegriffe ein und diskutiert das Konzept der "Mediengesellschaft" zusammen mit den Begriffen "Medialisierung" und "Mediatisierung". Generell wird hier davon ausgegangen, dass die Ausdifferenzierung eines eigenständigen Mediensystems die Beziehungen zwischen den zentralen Teilsystemen moderner Gesellschaften fundamental ändern und die Akteure aller Teilsysteme, einem Medialisierungs- oder Mediatisierungsdruck aussetzen. Auf der Makroebne schliesst Medailisierung/Mediatisierung letzlich auf die Steuerung von Gesellschaft (Aufmerksamkeitsregime, neue Formen der Realitätskonstruktion, Bedingungen der Meinungsbildung); auf der Mesoebene beziehen sich Medialisierung/Mediatisierung auf die strukturelle Anpasssung von Organisationen; auf der Mikroebene richtet sich der Erklärungsanspruch dieser Begriffe auf die Inszenierungszwänge und Selbstinszenierungsformen aufmerksamkeitsoptimierender Akteure und damit verbundene Rückkoppelungseffekte sowie auf die "Durchmedialisierung" der Gesellschaft.
Page Count:
419
Publication Date:
2004-11-29
ISBN-10:
3531143727
ISBN-13:
9783531143729
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