
Als Reaktion auf die Kritik am traditionellen wissenschaftstheoretischen Erklärungsmodell entstanden in jüngerer Zeit eine Reihe neuer, im deutschen Sprachraum bislang wenig bekannter Ansätze. Dieser Band liefert eine zusammenhängende Darstellung dieser neuen Entwicklungen, welche in ihrer Summe ein neues Paradigma erkennen lassen. Waren die traditionellen Erklärungsmodelle rein logischer Natur, so stehen nun die pragmatisch-epistemischen Bedingungen des Erklärens im Zentrum der wissenschaftstheoretischen Analyse. Viele der bekannten Paradoxien rein logischer Erklärungsmodelle lösen sich damit auf. Darüber hinaus wird der Verstehensbegriff wissenschaftstheoretisch etabliert. Dadurch erfährt die klassische Erklären-Verstehen-Kontroverse eine neue Wendung. Nicht länger tritt der Verstehensbegriff in einen Gegensatz zum Erklärungsbegriff. Die strukturelle Analyse wissenschaftlichen Verstehens ist vielmehr zum Zentralanliegen der Erklärungsdebatte selber geworden. - Zum Inhalt: Gerhard Schurz: Einleitung. 40 Jahre nach Hempel-Oppenheim. Bas van Fraassen: Die Pragmatik des Erklärens. Warum-Fragen und ihre Antworten. Peter Gärdenfors: Die Epistemologie von Erklärungen. Zur Dynamik und Pragmatik epistemischer Zustände. Raimo Tuomela: Eine pragmatisch-nomologische Theorie des wissenschaftlichen Erklärens und Verstehens. Michael Friedmann: Erklärung und wissenschaftliches Verstehen. Die Vereinheitlichung der Gesetze. Philip Kitcher: Erklärung durch Vereinheitlichung. Die Rolle der Argumentmuster. Gerhard Schurz: Was ist wissenschaftliches Verstehen? Eine Theorie verstehensbewirkender Erklärungsepisoden. Kurt Lambert: Prolegomenon zu einer Theorie des wissenschaftlichen Verstehens.
Page Count:
341
Publication Date:
1990-01-01
ISBN-10:
3486539124
ISBN-13:
9783486539127
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