
Die Lyrikerin Can (zuletzt "Rose und Nachtigall", 2020, hier nicht besprochen) verarbeitet in dem vorliegenden Werk Pandemien verschiedenster Art. Die Offenbacherin mit tscherkessischen Wurzeln definiert den Begriff Pandemie als etwas, das die ganze Weltbevölkerung betrifft und thematisiert neben der Corona-Krise u.a. auch Liebe sowie Diskriminierung. Die Gedichte unterschiedlichster Länge sind sowohl thematisch als auch sprachlich leicht zugänglich, das Kapitel "Windlicht für dunkle Tage" ist grafisch ansprechend aufbereitet als kolorierte Zeitungscollage. Während Can in vielen Werken mit persönlichen und authentischen Beobachtungen beeindruckt, wirken vor allem die coronabezogenen Gedichte eher blass, während sie sich Allgemeinplätzen bedient (z.B. "Wir haben in diesem Jahr gelernt/was WHO bedeutet"). Can ist neben ihrer lyrischen Arbeit als Übersetzerin aus dem Türkischen tätig, leitet Schreibwerkstätten in Bildungseinrichtungen und ist ehrenamtliche Mitarbeiterin bei Amnesty International. Der Band wird ab mittelgrossen Beständen empfohlen
Page Count:
89
Publication Date:
2021-01-01
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