
In der europaischen Geschichtsschreibung waren Frauen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein durch Nicht-Erwahnung weitgehend unsichtbar gemacht worden. In der Geschichtsschreibung der Agyptologie ist Ahnliches festzustellen. Herrscherinnen und Koniginnen wie Hatschepsut, Nofretete oder vor allem Kleopatra sind schon fruh durch historiche Romane und wissenschaftliche Studien ins Bewusstsein der Offentlichkeit getreten. Studien, die die allgemeine Situation der Frauen im Alten Agypten untersuchten, taten dies, indem sie Themen des alltaglichen Lebens behandelten wie Ehe, Familie oder Kleidung und Schonheitspflege. Teilweise untersuchten sie auch die Tatigkeiten der Frauen sowie ihre okonomische und rechtliche Stellung, fragten nach ihrer Schreib- und Lesefahigkeit oder ihrer Rolle im Tempelritual. Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert bemuht sich die historische Frauenforschung, auch nicht ganz so beruhmte Frauen in die historische Wirklichkeit zuruckzurufen, ihnen einen Namen zu geben und ihren Beitrag zur Geschichte zu wurdigen. In jungerer Zeit wurden im Rahmen der Gender-Forschung uber die deskriptive Forschung hinaus Themen wie "Sex and Gender" analytisch behandelt oder eine archaologische Untersuchung von Frauengrabern vorgenommen. Aus der Problematik der Interpretation antiker Quellen entstand der Wunsch, auch die nicht-koniglichen Frauen des Alten Agypten dem Vergessen zu entreissen und sie in die historische Wirklichkeit zu rufen, indem "ihre Namen wieder belebt werden", wie es sich die Agypter auf ihren Totengedenkstelen wunschten, wenn sie in den Stein meisseln liessen "Es ist sein / ihr Sohn, der seinen/ihren Namen lebendig erhalt". Karin Stephan macht das Leben dieser Frauen durch Darstellung ihrer Biographien wieder sichtbar.
Page Count:
371
Publication Date:
2018-01-01
Publisher:
J.H. Röll
ISBN-10:
3897545098
ISBN-13:
9783897545090
No comments yet. Be the first to share your thoughts!