
Die fürwahr nicht leicht zu konsumierende Abhandlung der israelischen Soziologin Illouz hat breite Resonanz in den Feuilletons dieses Herbstes gefunden. Im Mittelpunkt der sowohl kulturhistorisch als auch empirisch fundierten Studien steht der Zustand der Liebe in der kapitalistischen (Post-)Moderne. Illouz' These: Je mehr die moderne, "romantische" Liebe von Nützlichkeitserwägungen befreit wurde, desto stärker wurde sie vereinnahmt und schließlich eins mit dem Warenkonsum. So neu ist das nicht, vgl. etwa P. Bourdieus Untersuchungen zur psychischen Befindlichkeit des Zeitgenossen; die Autorin versteht ihre Analysen auch nicht als weitere Kapitalismuskritik. Neu ist aber, dass Illouz darauf verweist und ihre eigene Untersuchungen bestätigen es, dass sich nur die "gehobenen Schichten" diese "Transgression des Alltags" leisten könnten. Womit dann wieder (zumindest versteckt) eine Gesellschafts- und Kapitalismuskritik durchscheint. Ein Buch, das in der (theoriepolitischen) Diskussion ist. (3) (Uwe-F. Obsen)
Page Count:
297
Publication Date:
2003-01-01
Publisher:
Campus-Verlag
ISBN-10:
3593372010
ISBN-13:
9783593372013
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