
Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 1,0, Universitat Hamburg, Veranstaltung: W.G. Sebalds Prosa, 21 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Neben einem zumeist melancholischen Grundtenor und umfangreichen - offenen und versteckten - intertextuellen Verweisen und Anspielungen auf andere Autoren wie Kafka, Stendhal oder Robert Walser ist eines der charakteristischen Merkmale der Prosa W.G. Sebalds der Umgang mit Geschichte und Erinnerung (bzw. dem Vergessen). In seinen typischen Reisebildern lasst er die Protagonisten immer wieder an ausgesuchten Platzen der Vergangenheit halt machen. Bei diesen Stippvisiten wahlt Sebald vornehmlich die (immer wiederkehrenden) Orte des "Sterbens, des Welkens, der Kriege und [...] Unterdruckung, der Gewalt und des Leides" aus, wie Dieter Wrobel am Beispiel der 'Ringe des Saturn' darlegt und zu Recht anmerkt, dass "Geschichte bei Sebald immer Katastrophengeschichte" sei. Diese Beobachtung ist Ausgangspunkt dieser Studie, mit der dieser Aspekt exemplarisch anhand ausgewahlter Gesichtspunkte aus Sebalds drittem Prosawerk 'Die Ringe des Saturn' betrachtet werden soll. Dabei wird vor allem textimmanent vorgegangen und eine umfangreiche Symbolik Sebalds entschlusselt, mit der dieser Zerstorung auf mehreren Ebenen aufgreift und versucht, diese auf einen essentiellen Kern menschlicher Destruktivitat zuruckzufuhren. Es wird verdeutlicht, dass Sebald dabei eine weitgehende und konsequente Zivilisationskritik entwickelt, in der er eine bewusst assoziative - und nicht immer unproblematische - Verbindung zum Holocaust sucht, um die Tragweite dieses Kernpunktes zu verdeutlichen.
Page Count:
24
Publication Date:
2008-01-01
Publisher:
GRIN Verlag
ISBN-10:
3638921824
ISBN-13:
9783638921824
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