
Widerstand im 3. Reich: "Meine Grossmutter starb im KZ", diesen einem Kollegen beiläufig gesagten Satz, macht den Nachkommen noch Ende des letzten Jahrhunderts zu einem antisemitisch motivierten Mobbingopfer. Ausgehend von dieser Tatsache, erzählt Erich Hackl die Geschichte des deutsch-österreichischen Ehepaars Hugo und Juliana Salzmann in packenden Worten. Als überzeugter Kommunist muss Hugo Salzmann mit seiner jungen Familie Ende der Dreissigerjahre nach Paris flüchten. Nach dem Einmarsch der Deutschen werden die Eltern gefangen genommen, Sohn Hugo kommt zu seiner Tante in ein österreichisches Dorf. Die Mutter stirbt an Typhus, der Vater kommt am Ende des Krieges lebend aus der Gefangenschaft heraus, es gelingt ihm aber nicht, wieder eine väterlich gute Beziehung zu seinem Sohn aufzubauen, es fehlen ihm die Worte, um über das Geschehene zu sprechen. Sind es die fehlenden Worte, die dann auch dem Enkel zum Verhängnis werden? Der gut recherchierte Roman beschreibt erlittenes Unrecht, familiären Zusammenhalt, Solidarität und einen nie versiegenden Optimismus auf bessere Zeiten eindrücklich. Ab 15 Jahren, ****, Elisabeth Tschudi-Moser.
Page Count:
184
Publication Date:
2012-01-01
Publisher:
Diogenes
ISBN-10:
3257240937
ISBN-13:
9783257240931
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