
Wir leben zwischen zwei Welten, schrieb Hans Werner Richter 1947 mit Blick auf seine Gegenwart. Die deutsche Gesellschaft und mit ihr die Literatur befanden sich in einem "Interregnum", einer Zeit des Nicht-Mehr und des Noch-Nicht. Diese Zeit zwischen dem Ende des Nationalsozialismus und der Grundung der beiden deutschen Staaten ist gepragt durch eine Atmosphare des Fluiden, die zugleich die Notwendigkeit multipler Ubergange deutlich werden lasst. Die vorliegende Arbeit spurt diesem Denken und Schreiben im Dazwischen nach und zeigt an Romanen und Erzahlungen auf, inwieweit das "Interregnum" nicht nur beobachtet, reflektiert und kommentiert wird, sondern auch wie sich dieser Zustand des Dazwischen in literarischen Formen und Figuren sedimentiert. Dabei erweitert sie den literaturhistorischen Fokus um Autor: innen jenseits des Kanons und demonstriert die Bedeutung der unmittelbaren Nachkriegszeit als Epoche einer Neuformierung des Verhaltnisses zwischen Literatur und Politik.
Page Count:
604
Publication Date:
2024-01-01
Publisher:
Universitätsverlag Winter
ISBN-10:
3825395782
ISBN-13:
9783825395780
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